"Hallelujah" für das Haus der Kinder Empfehlung

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"Hallelujah" für das Haus der Kinder Fotos: -uss

Im „Haus für Kinder“ in Nördlingen dürfte nach dem Benefizkonzert des Augsburger Chors „Greg is Back“ großer Jubel ausgebrochen sein.

   Dessen Leiterin Claudia Miehling jedenfalls musste mit den Tränen kämpfen angesichts des proppenvollen Klösterle-Saales. Der Aufwand für diesen A-Cappella-Traum hatte sich mehr als gelohnt. Eine schöne Summe für den Förderverein – und starker Nachhall in den Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer steht auf der Habenseite. Sie wollten die rund 30 Sängerinnen und Sänger nicht mehr von der Bühne lassen.

   Das wundert niemand, der das Konzert erlebt hat. Eine Pop- und Rockperle folgt der nächsten, gekleidet in betörend raffinierte Arrangements aus der Feder des agilen Chorleiters Martin Seiler. Sie kommen durch High-Tech-Mikrofone erst so richtig zur Geltung.„Halleluja“ möchte man singen. Lässt es aber besser, weil die Sängerin aus den Reihen der Maxi-Girls-and-Boys-Group den Cohen-Song viel, viel besser interpretieren kann. Das ist eines seiner Erfolgsrezepte, vielleicht das entscheidende. „Greg is Back“ ist als Kollektiv ein Solistenensemble, aus dem Solisten wiederum je nach stimmlicher Qualifikation für den Titel in den Vordergrund treten. Um nach getaner Vokalarbeit gleich wieder ins Glied zurückzutreten. Das alles geschieht mit einem Augenzwinkern, das dem Kitsch keine Chance gibt.

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   Zwischendurch geben Martin Seiler und einige aus der Truppe dem Affen mit einem irren HipHop-Medley noch kräftig Zucker. Der sichtbare Spaß an der eigenen Sache fliegt wie ein Pfeil über die Rampe ins Publikum. Diese Freude an der Singgemeinschaft hat auch die Jury beim diesjährigen Deutschen Chorwettbewerb in Freiburg im Breisgau überzeugt. „Greg is Back“ ist als deutscher Vizemeister nach Nördlingen gekommen. Wer ein Kinderlied wie den „Bi-Ba-Butzemann“ so verfremden kann, dass selbst die Mitglieder von „Manhattan Transfer“ anerkennend nicken würden, hat den Preis allemal verdient.

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   Als letzten Song im offiziellen Programm intoniert der Chor mit orchestraler Wucht den Megahit von John Miles „Music was my first love“ wie ein eigenes Glaubensbekenntnis. Und als rundum begeisterter Zuhörer legt man diesem Vokalmysterium den von ihm zuvor gesungenen Rockklassiker von Peter Gabriel ans Herz: „Don’t give up“.  

 

Wolfgang Nußbaumer 

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