Milow, Mutzke und Max Herre Empfehlung

Marla Glen kommt zum 29. Aalener Jazzfest. Marla Glen kommt zum 29. Aalener Jazzfest. Foto: Ivona Zec

Der „kunterbunt e.V.“ bietet Corona die Stirn. Das 29. Aalener Jazzfest wird vom Mittwoch, 4. bis Samstag, 7. November wieder klangvolle Namen in die Hauptstadt der Ostalb bringen.

   Der Buchstabe M regiert; wie Milow, Marla Glen, Max Mutzke und Max Herre. Alle Konzerte finden in der Stadthalle statt. Nur der Stimmartist Peter Fessler tritt mit Alfonso Garrido im dann im „Kulturbahnhof“ beheimateten „Kino am Kocher“ auf. Die Künstler haben sich bereiterklärt, noch ein weiteres Set zu spielen, falls die rund 450 zur Verfügung stehenden Sitzplätze ausverkauft sein sollten.

   Ein attraktives Programm hat der Vorsitzende des Vereins und künstlerische Leiter des Festivals, Ingo Hug, auf die Beine gestellt. Allerdings ohne Jazzer aus den USA. Dabei hatte er sie Ende Februar bereits fest eingeplant. Doch dann hat Covid-19 einen Strich durch die schöne Rechnung gemacht. Leidtragende sind noch etliche andere Berufsgruppen, die mit der Showbühne zu tun haben. Ohne Veranstaltungen sitzen alle auf dem Trockenen, die sich um Sound, Licht, Security und Catering kümmern, gibt Hug zu bedenken.

   Mit den Künstlerinnen und Künstlern, die in dem abgespeckten Programm auftreten, haben sicher schon einige Jazzfestfans bei früheren Gelegenheiten Bekanntschaft gemacht. Marla Glen, die Frau mit der tiefen Stimme, hat hier schon zu D-Mark-Zeiten für ein volles Haus gesorgt. Vermutlich, weil sie kurz zuvor angekündigt hatte, nicht mehr öffentlich aufzutreten. Jetzt kommt sie wieder; „in Bestform“, wie Ingo Hug verspricht. Und ihrem neuen Album „Unexpected“. Der belgische Singer/Songwriter „Milow“ ist mit seinen ins Ohr gehenden Liedern Genregrenzen überschreitend eine sichere Bank. Und bei Max Mutzke kommt der „kunterbunt“- Vormann richtig ins Schwärmen. Der deutsche Soul-Sänger schlechthin. Im Kombipack mit der kubanischen Pianistin Marialy Pacheko und der aus Marokko stammenden Percussionistin Rhani Krija eine echte Sensation.

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Milow, der sanfte Sänger aus Belgien.

   Die SWR Big Band rühmt Hug als vermutlich „die Beste der Welt“. 2020 widmet die Band ein Programm den Queens of Soul, bei dem Ida Sand und Onita Boone im Mittelpunkt stehen, verstärkt durch den deutschen Stargast Cosmo Klein. Er ist erst vor kurzem bei dem zweitägigen Festival im Aalener Stadtgarten mit von der Partie gewesen.

   Im Hauptberuf ist der Mann ein international gefragter Augenchirurg. Mit seiner Lasertechnik hat er dem altersbedingten Sehverlust einiger Jazzer einen Riegel vorgeschoben. Jetzt spielen sie mit Dan Reinstein in seiner „The Laser Blended Vision Band“, weil er auch noch ein richtig guter Saxophonist ist.

   Über den virtuosen Scatter und Gitarristen Peter Fessler in Aalen noch ausführlich zu werden, hieße Eulen nach Athen tragen. Zum 29. Jazzfest bringt er den Schlagwerker Alfonso Garrido mit.

   Mit Blick auf ein eher jüngeres Publikum beschreibt Ingo Hug die von dem Keyboarder Roberto di Gioia geleitete Band „A Web Web Experience“. Mit dem Sänger Max Herre garantiert sie heißen Hip Hop.

   Dann packt der Festival-Leiter noch ein besonderes visuelles Schmankerl aus. Der Fotograf Friedrun Reinhold, der längere Zeit in Aalen tätig gewesen ist, wird die auftretenden Künstlerinnen und Künstler fotografieren und diese Action-Bilder dann überlebensgroß an verschiedenen Gebäuden der Stadt platzieren. Hug und sein Vize Franz Donner hoffen, dass viele Gebäudeeigentümer mitmachen, um diese absolute Novität zu ermöglichen.

   Das wäre auch ganz im Sinne von Oberbürgermeister Thilo Rentschler. In einer Stadt, „die Kultur als Markenzeichen hat, muss diese auch hochgehalten werden“, signalisiert er das Engagement der Verwaltung für das Jazzfest in diesem „nicht nur wegen Corona besonderen Jahr“. Womit er auf die Eröffnung des Kulturbahnhofs anspielt. Ihn und die Stadthalle müsse man als kulturelle Pole und Veranstaltungsorte zusammen denken, mahnt er.  Wie die Festivalmacher freut sich der OB auf das 29. Jazzfest. Das 30. soll dann wieder in bewährter Form über die Bühne gehen, ist nicht nur sein Wunsch. 

 

   Info: Nummerierte Platzkarten können für das 29. Aalener Jazzfest nur über den Ticketservice „eventim“ gebucht werden. Der Vorverkauf startet am Freitag, 25. September. 

 

Wolfgang Nußbaumer    

 

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